Chronische und stagnierende Wunden stellen eine große Herausforderung im Pflege- und Behandlungsalltag dar. Häufig sind sie das Ergebnis nicht erkannter oder nicht ausreichend adressierter Störfaktoren im Wundheilungsprozess. Dazu zählen systemische Einflüsse wie Infektionen, Grunderkrankungen oder Mangelernährung ebenso wie lokale Faktoren wie inadäquates Exsudatmanagement, unsachgemäße Wundreinigung oder die Wahl ungeeigneter Produkte.
Seminarinhalte:
- Physiologie der Wundheilung: Phasen der Wundheilung und deren Bedeutung für die Versorgung
- Stagnierende Wunden: Ursachen, Merkmale und therapeutische Konsequenzen
- Wundinfektionen: Unterscheidung zwischen Kolonisation und Infektion, lokale und systemische Infektionszeichen, Umgang mit biofilmbelasteten Wunden
- Exsudatmanagement: Bedeutung der Exsudatmenge und -beschaffenheit, Auswahl geeigneter Verbandstoffe, Risiken bei Über- oder Unterversorgung
- Wundreinigung: Methoden, Indikationen und praktische Umsetzung – von der mechanischen Reinigung bis zur selektiven Débridement-Technik
- Systemische Störfaktoren: z. B. Diabetes mellitus, PAVK, Malnutrition, Medikamente (z. B. Kortikosteroide, Zytostatika)
- Externe Störfaktoren: z. B. Druck, Reibung, Feuchtigkeit, inadäquate Lagerung oder fehlende Entlastung
- Diagnostische Hilfsmittel: Wundassessments, Foto- und Dokumentationsstandards
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Schnittstellen, Rollen und Kommunikationswege
- Fallarbeit aus der Praxis: Analyse realer Wundverläufe, Entwicklung von Behandlungsstrategien im Team